Wie geplant begann die Woche mit der Aufnahme des Klinikbetriebes und den damit verbundenen Behandlungen der ersten Kinder.
Dank dem Einsatz von Hani und Don erwartete uns am Dienstagmorgen eine
Ueberraschung. Ein nigelnagelneuer Zahnarztstuhl stand inmitten unserer
Klinik. Das Chaos brach aus. Ueberall Handwerker und Techniker, sowie
spielende Kinder und mittendrin unsere beiden Koordinatoren, die alles mit
Argusaugen ueberwachten. An dieser Stelle ein grosses Dankeschoen!
Zur Feier des Tages stiessen wir alle gemeinsam im Batay (dem lokalen Armenviertel) auf die gelungene Verbesserung der Infrastruktur an.
Dies war wohl die speziellste Fete ever gewesen. 10 weisse Gringo-Wuerstchen mit dem einen oder anderen Sonnenbrand schwangen die Hueften inmitten einer Gruppe schaulustiger Einheimischer. Schlimmer
als auf dem Viehmarkt - oder anders gesagt die Sicht mal aus dem Aquarium heraus.
Doch wir haben uns gut amuesiert und sogleich mit allen Kindern Freundschaft
geschlossen.
Der naechste Tag brach gemuetlich an, da die Klinik immer noch unter einer
dicken Staubschicht lag. Nachdem uns Stephan noch die letzten Tipps und Tricks mit auf den Weg gegeben hat, beschlossen wir spontan an den Strand von Juan Dolio zu fahren. Dort feierten wir einen
gebuehrenden Abschied. (Allerdings liess das Schuhsohlen-Fleisch zu wuenschen uebrig, doch schoen wars allemal)
Donnerstag Mittag war es dann soweit und Stephan trat seine Heimreise an.
Unterdessen kaempften wir tapfer gegen Berge von Schmutzwaesche und sich
stapelnder Krankengeschichten.
Wie schnell die Zeit vergeht, bereits war es Freitag geworden und die
lokalen Zahnmedizinstudenten statteten uns einen Besuch ab. Don war ganz in seinem Element und zeigte seine Qualitaeten als Dozent. Zeitgleich weihten wir ehrfuerchtig den neuen Stuhl ein.
Ein Wunder der
Technik oder wie Don sagen wuerde: HEUREKA!
Am gleichen Abend noch packten wir unser Buendel und ruckelten in einem
Guagua (oeffentliches Verkehrsmittel der Dom.Rep.) nach Bayahibe. Dort
liessen wir den Abend gemuetlich bei koestlicher, selbstgemachter,
italienischer Pasta ausklingen. (Klein, aber fein. Wirklich klein.)
Werbung luegt nicht immer, mussten wir am drauffolgenden Tag feststellen. Weisse Sandstraende, tuerkisblaues Meer, wehende Palmenwipfel im Wind mit frischen Kokosnuessen...(na gebts
zu, ihr seid schon ein bisschen neidisch, gell?) Urs, Anja und ich erkundeten die Unterwasserwelt und schnorchelten mit den Fischschwaermen um die Wette. Atemberaubend!!!
Nach dem anstrengenden Teil war Entspannung angesagt und wir Maedels liessen uns mit einer Pedicure par excellence fuer nur mal 1Fr. verwoehnen.
Urs hat sogar geduldig zugeschaut und fast haetten wir ihn auch davon
ueberzeugt.
Das wahre Paradies zeigte sich uns allerdings am Sonntag auf dem Ausflug
nach Isla Saona. Es gibt keine Worte dies zu beschreiben, ohne dass es kitschig klingt: es war einfach traumhaft. Wir stiessen mit einem Menterita (hier wird der Drink Cuba Libre "kleine Luege"
genannt, da Kuba ja NICHT frei ist) im Piscina Naturale an. Eine idyllische Meeresbucht mit ungewoehnlich zutraulichen Mitbewohnern: einem bezaubernden Seestern.
Schokobraun kehrten wir abends ins NPH - Dorf zurueck und planten bei einem Teller Spaghetti a la Don unsere naechste Klinik-Woche.
Das Motto: Mit Volldampf voraus! (Was dann
auch nach anfaenglicher Strompanne und einem schweizerdeutschem Schimpfeklat hervorragend umgesetzt wurde)
So ist es wieder einmal Montag und es kommt die Erinnerung...
Wir sitzen im ueberklimatisierten Internet-Cafe und schreiben mit der
tickenden Uhr um die Wette.
Wer hat an der Uhr gedreht,
ist es wirklich schon so spaet?
Heut ist nicht alle Tage,
ich komm wieder, keine Frage!
Liebe Gruesse

