Nach dem zeitraubenden Packen und Fuellen der unzaehligen Taschen und Koffer und dem obligatorischen Treffen mit dem Team trafen wir uns am Flughafen am Abend (mit SSF-Präsident Stephan) fuers Einchecken. Die Dame am Schalter war sehr nett, wenn auch unglaublich langsam und vergass sogar einen Koffer mit dem Transportzettel zu markieren. Ganz zuvorkommen und entgegenkommend war, dass die Waage klar uebersehen wurde und unser Uebergepack ins Nichts verschwand … Die nachfolgende Uebung war dann gelinde gesagt nerventoetend, wussten wir bis in El Salvador nicht, ob der richtige Kiffer bezettelt worden war … Der Flug nach Madrid war kurz und schmerzlos, puenktlich bewegte sich der Airbus, dann blieb er stehen, mussten die Fluegel enteist werden, dann wartete er auch einen freien Platz und los gings, recht verspaetet und spaeter mit Entschuldigungen von Seiten des Piloten der kaum zu verstehen war:) In Madrid assen wir etwas, sicher ist sicher; das Oel war alt und das Essen, na ja, der Hunger ist der beste Koch. Puenktlich startete die Maschine dem naechsten Ziel entgegen. Ihr werde es kaum fuer moeglich halten, aber die 11 Stunden verflogen wie im Flug, der Service war gut und die Hostessen atypisch nett und freundlich, die IBERIA war mal nicht eine Katastrophe. Der Wechsel in Costa Rica war problemlos, ohne Schikanen und weiteren Oboli. Nach zwei Stunden landeten wir in San Salvador Flughafen, muede, aber nicht erledigt. Das Beste war, dass alle Koffer auf dem Band lagen, noch alle verschlossen, der Autista des Dorfes draussen wartete, und wir alles Gepaeck trotz unglaeubigen Blicken in de Minivan hineinpferchen konnten.
Die Fahrt ins Dorf war natuerlich fuer uns besonders spannend, wussten wir ja nicht, wohin es uns verschlagen wuerde. Nach dem letzten Abbiegen bei km 77 nach Matapan, begann das Buesschen schrecklich zu stottern und holpern, es war wie in einem Bachbett, und das ueber 4 (vier) km weit weg von jeder Zivilisation. Niemand kann sich die Abgeschiedenheit und Unerrreichbarkeit dieses Dorfes vorstellen, und weit und breit nirgenwo ein Petos mit pollo Sandwich (für die Guatekenner oder siehe Petos Cafe in Parramos, Guatemala)… Der Empfang war sehr herzlichn, kaum jemand auf den Wegen. In der Unterkunft war es sehr warm, ein Schlafzimmer mit drei Betten und einem Kaeltegeblase, dazu ein zweite Wohneinheit mit Doppelbett = Wohnzimmer/Kueche/Schlafzimmer, Aufenthalts- und Arbeitszimmer, heiss, stickig und ohne Kuehlung oder Ventilator. Dafuer mit einer Mikrowelle, einem Kuehlschrank und Gas-Kochherd.
Am naechsten Morgen begann der erste Arbeitstag mit Anschauen der Lokalitaeten und der Suche nach Material oder zahnaerztlichen Elementen: Also: Das Zahnarztsimmer existiert und ist mit vier, ich wiederhole, mit vier Stuehlen eingerichtet, die alle Strom haben und irgendwie sich bewegen lassen, nicht unbedingt wie gewuenscht, aber es bewegt sich doch … An den Stuehlen hingen die Arbeitsschlaeuche, alles eher in die Jahre gekommen. Das Wasser lief sogar im Bruenneli, das Klimageblaes aechzte unter der Hitze, das Zimmer muste unbedingt heruntergekuehlt werden, ansonsten alle unsere teuren Materialien sich spontan ausgehaertet haetten … Instrumente oder Verbrauchsmaterialien liessen sich kaum finden – spaeter erklaerte uns der nph-Zahnarzt, Dr. Rodolfo Recinos, sein Vorgaenger, ein Mexikaner, habe einfach alles beim Weggang mitgenommen und er nehme nun eben immer sein Material und seine Instrumente von zu Hause mit und arbeite eben so … Das Schwierigste war, dass keine Handstuecke vorhanden waren und unsere sich nicht auf die hiesigen mitelamikanischen stecken liessen. Nach Ruecksprache mit der Direktion und dem Zahnarzt und dem SSF, versicherte uns der hiesge Zahnarzt ein baldiges Beschaffen. Und siehe, am Montag waren dann zwei in loco, wobei eines kaum seinen Dienst verrrichtet, weil die Bohrer nicht halten und das Wasser der Kuehlung nicht fliesst. Doch dank dem BienAir Sysytem und Ursina mit der Spritzflaschen lassen sich die Zaehne beim Bohren besser kuehlen und die Kavitaeten sind als solche erkennbar, fast perfekt!
In den letzten Tagen bis gestern, 09.02.2009, haben wir alle Kinder, die wir errreichen konnten, schulzahnklinikmaessig untersucht, eine Krankengeschichte erstellt und das Procedere bestimmt.Die Schulleitung, und besonders Señora Mirna, waren und sind unschlagbar in der Unterstuetzung. Kaum hat man was gewuenscht oder um etwas gebeten, schon ist es erledigt, nur die Traeume und etwas Kuehlung dauern laenger, also kurz, eine solche Hilfe und Zuvorkommenheit haben wir noch kaum je erlebt. Und alle sind puenktlich und so freundlich, einfach eine dauernde Freude. Die Kinder sind wie ueberall hier in Mittelamerika von einer so ausgelassen Froehlichkeit und Freundlichkeit, dass es uns biedere Schweizer einmal mehr tief bewegt. Dasselbe gilt auch fuer das Personal jeder Stufe. Das Essen ist reichhaltig und abwechslungsreich – morgens, mittags und abends, - frijoles in allen Varianten und Tortillas. Zum Glueck konnten wir bis dato zwei Mal in einem Einkaufszentrum etwas fuer den Hunger einkaufen. Leider war die erste Woche durch verschiedene sehr laestige und teils belastende Erkrankungen gestoert – der Moctezuma (eigentlich Motecuhzoma Ilhuicamina, (Nahuatl für der durch seine Wut herrscht und der nach dem Himmel schießt, spanisch auch Montezuma): ein hohes Risiko mit einer Inzidenz bis 50 % besteht bei Reisen nach Lateinamerika, Asien und Afrika - auf einigen Nilkreuzfahrten sind bis zu 80 % der Passagiere betroffen, was zu Synonymen wie “Pharaos Rache”, “Fluch des Pharao” oder “Pyramiden-Sidestep” führte (bei Reisen in Mittel- und Südamerika wird dementsprechend von “Montezumas Rache” gesprochen). laesst gruessen – aber zzt. haben sich alle Erkrankten sehr gut erholt und essen nun noch mehr frijoles … Letztes Wochenende konnten die ‚Frauen’ ins Maedchenhaus zuegeln, wo sie endlich etwas Privacy haben koennen und sicher auch mehr Ruhe. Sogar das Zusammensein klappt, da die Tias unsere ‚Jovenes’ (”unverheiratete Jungen:) hereinlassen.
Dank dem hervorragenden Spanisch von Marcello verstehen uns alle und verzeihen mir mein nicht eben ueber alle Zweifel erhabenes Spanisch, disculpe. Heute haben wir zum ersten Mal die Roentgenanlage in Betrieb genommen und sogar, nach einem ersten Versuch, hervorragende Bilder geschossen. Das zweite Bild, von Lukas geschossen, ist sicher die schoenste Erfassung eines tiefkarioesen Molares hier in Salvador!

